Schloss Karlsfried
Nur wenige Kilometer vom Oybin entfernt stand einst eine mächtige Festung, die die sogenannte Gabler Handelsstraße zwischen der Oberlausitz und Böhmen schützte. Sie wurde im Jahr 1357 auf Befehl von Kaiser Karl IV. errichtet, um Zölle zu erheben, und trägt den Namen ihres Gründers. Karlsfried diente außerdem als Sitz des Lausitzer Landvogts.
Die Stadt Zittau hatte die Burg ab 1364 in Pacht. Während der Hussitenkriege wurde Karlsfried im Jahr 1421 erstmals vergeblich von Jan Žižka belagert, doch beim zweiten Angriff der Hussiten im Jahr 1424 eingenommen und niedergebrannt. Mehr Glück hatte der nahe gelegene Oybin, der den hussitischen Angriffen standhielt und nicht das gleiche Schicksal erlitt.
Nach seiner Zerstörung verfiel Karlsfried allmählich, auch wenn er weiterhin in den Quellen erwähnt wird. Die Burg gelangte in den Besitz der Stadt Zittau und wurde nach und nach als Steinbruch für umliegende Ortschaften genutzt. Im Jahr 1721 erfolgte eine weitere Abtragung, und das Mauerwerk wurde zum Bau der Zittauer Kirche verwendet. Von der einst bedeutenden Burg sind heute nur noch unscheinbare, von Grün überwachsene Reste erhalten – eine stille Erinnerung an die ehemalige kaiserliche Grenzfeste.